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Scheitern – Ein so furchtbar unangenehmes Gefühl

2. September 2020
Planung & Organisation

Bei dem Begriff ‚Scheitern‘ zieht es sich in mir kurz zusammen, wenn ich ihn höre. Es ist so ein hartes Wort, dafür, dass etwas nicht geklappt hat. Dabei kann man ihn auch anders betrachten. Der Begriff Scheitern stammt von dem Begriff Scheit (Plural: Scheiter). Also den Holzstücken. Geteiltes, zerteiltes Holz. Es ist also etwas nicht mehr heile oder ganz, sondern ‚kaputt‘. So wie Pläne, die man nicht erreicht hat.

Den Blickwinkel ändern

Wenn man das nun weiterspinnt und sich überlegt, dass man einen Baumstamm in Stücke sägt, anschließend diese in kleinere Scheite hackt, um daraus ein wärmendes Feuer zum heizen oder kochen zu machen, bekommt das eine positive Wendung.

Auf das Projekt übertragen bedeutet das, dass dein Projekt nicht geklappt hat und gescheitert ist, das aber nicht gleichzeitig bedeutet, dass es etwas schlechtes ist. Aus den Fehlern kannst du schließlich lernen und viele Erkenntnisse für die folgenden Projekte mitnehmen.

Hättest du damals nicht auf die Herdplatte gefasst, wüsstest du noch immer nicht, dass das weh tut. Es wäre weiterhin nur ein Mythos für dich. Wärst du nicht abermals irgendwo heruntergefallen, wärst du dir noch immer nicht sicher, ob du nicht vielleicht doch fliegen könntest. Stattdessen hast du verstanden, dass du das Fliegen den Vögeln überlässt und hast Methoden gefunden, wie du diese Schmerzhaften Erfahrungen des Sturzes vermeiden kannst.

Immer wieder hört man, das Fehler nicht schlimm sind. Dass man aus ihnen lernen kann. Dennoch ist es für die Situation selbst schlimm. Je nach Situation reißt es einem auch kurzzeitig den Teppich unter den Füßen weg.

Das unangenehme Gefühl des Scheitern beseitigen

Deswegen möchte ich dir ein paar Tipps mit an die Hand geben, wie du in diesen Situationen leichter den Teppich zurück holen kannst. Oder gar lernst, ohne den Teppich auszukommen.

1. Hinnehmen

Es ist unangenehm und schmerzhaft, dass dein (Herzens-)Projekt nicht geklappt hat. Keine Frage. Dennoch ist es nun mal passiert. Es hilft dir nicht, den Schuldigen dafür ausfindig zu machen oder alles zu verteufeln. Nimm es stattdessen lieber hin, wie es ist. Du kannst jetzt nichts mehr daran ändern, dass es nicht funktionierte.

2. Optimismus

Wenn du akzeptiert hast (vielleicht auch erst nach ein paar Stunden oder einem Tag sauer oder frustriert darüber sein), dass dein Plan nicht aufgeht hilft es ungemein (mir zumindest) das Positive an der Situation zu finden. Ich weiß, dass es in sehr vielen Fällen unmöglich erscheint, aber es gibt immer mindestens einen positiven Aspekt.

Wenn du an einem Ziel gescheitert bist, weißt du nach einer Reflexionsrunde, was du falsch gemacht hast und demnach, beim nächsten Mal, besser machen kannst. Du hast also an Erfahrung dazu gewonnen.

Wenn das Projekt vollkommen gecancelt wird, hast du Zeit dazu gewonnen, die du nun für etwas anderes einsetzen kannst.

Manchmal zeigt sich das Positive auch erst später. Denn wo sich eine Tür schließt öffnet sich woanders eine andere Tür. Nicht immer unmittelbar, sondern auch mal verzögert. Seit vielen Jahren habe ich bereits Depressionen und damit zu leben ist definitiv kein Zuckerschlecken und ich wünsche es auch niemandem. Dennoch bin ich auch ein bisschen froh darüber. Dadurch wurde ich zu einem einfühlsameren und reflektierteren Menschen. Und das möchte ich nicht mehr missen.

3. Sich etwas gutes tun

Nachdem du den Fehlschlag einigermaßen verarbeitet und hingenommen hast, tu dir etwas gutes. Lege einen Pamper-Tag ein und kümmere dich einfach nur um dich. Gönne dir nach der Arbeit ein ausgiebiges Bad oder koche dir dein Lieblingsessen und schaue dabei einen Herz erwärmenden Film (Disney & Pixar passen hier ideal 😊). Nach dieser unangenehmen Erfahrung ist es wichtig, die Seele ganz behutsam zu streicheln. Wie ein kleines Küken ohne Mama.

4. Situation überdenken

Mit einem frischen Kopf kannst du dir nun Gedanken darüber machen, wie du nun weiter machen möchtest. Kannst und willst du es erneut versuchen, nur auf eine andere Weise? Hast du festgestellt, dass dieses Ziel gar nicht (mehr) deinen Werten entspricht und du nun eine andere Richtung einschlagen möchtest?

Überlege ganz ehrlich, wohin deine Reise nun gehen soll. Was zu DIR passt und was DU willst. Und dann gehe los in dein nächstes Projekt.

Alles in Allem:

Fehler macht jeder. Und das ist auch gut so! Dennoch ist das Scheitern so so unangenehm. Man muss sich schließlich eingestehen, dass man auf dem Holzweg war und etwas nicht hinbekommen hat.

Aber den Kopf in den Sand zu stecken bringt hier wirklich nichts. Denn was würdest du unangenehmer finden: Wenn du scheiterst, aufstehst und es erneut bzw. etwas anderes versuchst oder wenn du scheiterst und wie ein Trauerkloß das Leben an dir vorbeiziehen lässt? Der Schmerz wird durch das Abwarten und Trauern oder gar wütend sein nicht weniger.

Gönne dir lieber nach dem Scheitern eine bestimmte Zeit für dich und schaue, was dir gut tut. Streichel deine Seele und zeige ihr, dass du sie immer wieder auffangen wirst, egal wie häufig sie stürzt. Und sei ehrlich zu dir selbst, warum das Projekt gescheitert ist und was du wirklich möchtest.

Deine Aufgabe:

Behalte diesen Beitrag im Hinterkopf, um ihn in der entsprechenden Situation anwenden zu können. Um den Sturz aber etwas abzufedern, mache dir bewusst, was das schlimmste wär, wenn dein Projekt scheitern würde. Sich auf das Schlimmste gefasst zu machen, nimmt im Ernstfall die Panik schneller raus.

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