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Selbstzweifel – Ein Selbstzerstörungsknopf?!

9. September 2020
Planung & Organisation

Während ich diese Beiträge schreibe, überkommen mich immer wieder die Selbstzweifel, ob ich das gut genug mache und ob dir die Inhalte überhaupt gefallen und helfen. Ich frage mich dann direkt, wie ich es besser machen könnte und im schlimmsten Fall frage ich mich, ob ich dann diesen Blog überhaupt weitermachen darf. Ohne zu wissen, ob meine Arbeit hier wirklich so grottig ist.

Dabei liebe ich es zu schreiben, seit unzähligen Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Planung und Persönlichkeitsentwicklung, um das Beste aus mir herauszuholen. Und seit einigen Jahren kam auch die Erkenntnis hinzu, dass das stetige Optimieren nur in Kombination mit Selbstfürsorge funktionieren kann. Und wenn ich nur einer einzigen Person mit meinen Worten zum Nachdenken anregen kann, habe ich dieser Person geholfen.

Ein Weg aus dem Selbstzweifel-Strudel

Vergleiche eindämmen

Selbstzweifel rühren häufig daher, dass wir uns mit anderen vergleichen. Das ist nun mal die Natur des Menschen und lässt sich quasi nicht abschalten. Mit Vergleichen wissen wir, wo wir stehen und wo die Reise noch hingehen könnte oder wie weit wir es schon geschafft haben. Denn Vergleiche können in zwei Richtungen gehen. Du kannst dich mit Personen vergleichen, die mehr erreicht haben als du oder eben mit denen, die noch Schritte hinter dir liegen. Letzteres kann deinem Selbstwertgefühl einen Push nach oben geben und dich besser fühlen lassen, weil dir bewusst wird, dass du bereits vieles geschafft hast.

Die Vergleiche mit Personen, die dir ein paar Schritte voraus sind können unterschiedliche Auswirkungen auf dein Selbstwert haben. Zum einen kann dich dieser Vergleich pushen, weil du auch an diesen Punkt kommen möchtest und direkt vor Augen hast, was alles möglich ist. Genauso gut kann es aber auch passieren, dass es dich herunterzieht, weil diese Person so viel besser ist und du das Vertrauen in dich verlierst, dass du dort auch hinkommen kannst.

Mit 1,60 m schrumpft deine Chance Model zu werden. Als sensible Person sieht es nicht rosig für dich aus, wenn du ein Koch werden möchtest. Mit Schulden auf dem Konto wirst du dir keine Villa holen können.

Das sind die Momente, die uns ins Grübeln bringen und Zweifeln lassen, ob gewisse Schritte im Leben überhaupt noch einen Sinn ergeben.

Stoppe dein Gedankenkarussell

Und so gehen die Grübeleien und Gedanken auf den Jahrmarkt und fahren Karussell und zu guter Letzt nehmen sie noch diese elendig lange Rutsche mit, die sich wie eine Spirale Meter für Meter nach unten schlängelt.

Ein Gedanke kommt zum anderen. Du wirst plötzlich so unfassbar kreativ! Das ist der Punkt, wo du deine Kreativität stoppen solltest. Denn wenn deine Gedanken erst einmal in Fahrt kommen und sich so dermaßen auf die Rutsche freuen, musst du sie stoppen! Denn diese Rutsche hat eine versteckte Treppe. Und du weißt bestimmt selbst, wie schwierig es ist eine Tunnelrutsche hinaufzuklettern…

Lade deine fiesen Gedanken lieber auf ein Eis ein. Das heißt, dass du dich auf andere Gedanken bringen sollst. Sei gut zu dir und akzeptiere diese Gedanken erst einmal. Es bringt nichts, dass du dich für diese Gedanken zusätzlich noch bestrafst. Dann im nächsten Schritt kannst du deinen Vergleich oder deine Gedanken hinterfragen. Haben diese Informationen in deinem Kopf wirklich Hand und Fuß? Hat dieser Vergleich überhaupt einen Sinn?

Schaue dir die Grundbedingungen von dir und der anderen Person an. Sind sich diese überhaupt ähnlich? Lassen sich eure Erfolge überhaupt miteinander vergleichen?

Im nächsten Schritt solltest du dir außerdem darüber bewusst werden, ob du dieses Ziel überhaupt erreichen möchtest. Oder sind das eher Erwartungen anderer? Oder denkst du wohl möglich nur, dass andere es von dir erwarten? Fokussiere dich auf deine eigenen Wünsche und Vorstellungen. Und überlege dir dann, ob du überhaupt bereit bist den Preis dafür zu bezahlen, um das zu erreichen was de andere Person erreicht hat. So wird dir klarer, ob du dieses Ziel überhaupt erreichen willst.

Fokus auf das Gute

Und nachdem du dir über deine eigenen Ziele und Wünsche klarer geworden bist, ist es Zeit sich wieder auf deine Stärken zu konzentrieren. Du kannst so viel! Du bist ein wundervoller Mensch, da bin ich mir sehr sicher. Frage deine Freunde und Familie gerne danach. Die werden sicherlich einiges auflisten können, was sie an dir schätzen.

Anhand eines Dankbarkeits- oder Erfolgstagebuch kannst du deine guten Momente festhalten und in diesen Situationen erneut durchblättern. Das negative brennt sich nur allzu leicht im Kopf ein, aber das Positive verblasst immer mehr, wenn du dich nicht darum bemühst, die Erinnerungen frisch zu halten.

Mache dir also bewusst, was du bereits erreicht hast, was Gutes in deinem Leben getreten ist und welche Stärken du vorweisen kannst. Anhand dessen solltest du deine Ziele ausrichten. Aus diesen Gedanken kannst du deine Kraft schöpfen und dein Leben in die Hand nehmen. Denn diese negativen Gedanken können dich ab einem bestimmten Grad regelrecht am Leben hindern. Wenn du dir nicht vertraust, dass du gewisse Aufgaben schaffen könntest, fängst du an, diese Aufgaben zu meiden, bis du irgendwann davon überzeugt bist, dass du das wirklich nicht kannst. Dann folgt die nächste Fahrigkeit, an der du zweifelst… und so weiter.

Glaubenssätze überarbeiten

Deswegen solltest du deine Glaubenssätze hinterfragen. Haben deine Befürchtungen und Gedanken überhaupt einen Grund zu existieren oder haben sich diese Gedanken nur im Laufe der Zeit entwickelt aber entsprechen überhaupt nicht der Wahrheit?

Sicherlich kennst du die Situationen, die sich in deinen Vorstellungen unfassbar unangenehm anfühlen und du sie am liebsten meiden würdest. Wenn du dich dann aber wirklich in dieser Situation befindest, werden diese Befürchtungen häufig gar nicht wahr. Das spielt sich alles nur in deinem Kopf ab.

Und genauso kann dir dein Kopf einreden, dass du etwas nicht kannst. Und das ist quatsch! Du kannst alles erreichen, was du willst! Wenn du mit 1,60 m ein Model werden möchtest, dann mach das! Als Handmodel spielt die Größe sicherlich keine Rolle. Wenn du Koch werden möchtest, aber den rauen Ton in der Küche nicht abkannst, halte Ausschau nach Alternativen.

Es gibt für alles eine Lösung. Du musst es nur zulassen.

Mutig sein

Und eben auch mutig sein. Sich gegen seine Glaubenssätze und Gedanken zu verhalten kostet enorm viel Überwindung. Denn unser Kopf nimmt seinen Job wirklich ernst. Und wenn du es gewohnt bist, dich nur nieder zu machen und das negative zu finden (sei es noch so unbedeutend oder klein), dann macht dein Kopf das auch.

Gib deinem Kopf also einen neuen Job. Zeig ihm die Welt des Optimisten und er wird sich mit der Zeit auch dort richtig reinhängen (rückfällig wird er bestimmt hin und wieder werden, aber die positiven Gedanken werden das schon ausmerzen)

Spring also immer wieder über deinen Schatten und traue dich in unangenehme Situationen. Beweise dir, dass deine Gedanken die Befürchtungen viel zu sehr aufbauschen und dass die Situationen gar nicht so dramatisch ablaufen, wie in deinem Kopfkino. Begibst du dich regelmäßig in die Angst hinein, wirst du an diesen Situationen wachsen und dich besser Kennenlernen, was du wirklich gut kannst und was du dir für dein Leben wirklich wünschst.

Alles in Allen:

Selbstzweifel sind einfach nur fies. Sie können sich uns in das Leben stellen und so unseren Weg zum Ziel blockieren. Wir fragen uns, ob wir das überhaupt schaffen können. Vergleiche mit anderen zeigen uns, dass wir noch nicht schlau, schön, reich, schnell genug sind. Und so gesellt sich dann der ein oder andere Gedanke mit zur Party. Die Selbstzweifel-Party.

Vergleiche sind menschlich und könne uns auch aufzeigen, auf was für einem Stand wir aktuell sind. Im Idealfall können uns diese Vergleiche auch pushen und Motivation geben, weil wir das Ziel vor Augen haben. Aber genauso gut kann uns der Vergleich herunterziehen und unseren Mut rauben.

Stoppe also deine Gedanken, lenke deine Gedanken auf die positiven Dinge und deine Stärken. Führe ein Erfolgs- oder Dankbarkeitstagebuch, um auch in schlechten Momenten diese guten Aspekte ins Gedächtnis rufen zu können.

Und werde dir darüber bewusst, dass du nicht deine Gedanken bist. Dein Kopfkino ist ein Spezialist, wenn es um Horrorszenarien geht. Im Endeffekt sind die Situationen gar nicht so dramatisch. Beweise dir also ruhig immer wieder, dass du an diesen Herausforderungen wachsen kannst, wenn du dich nur traust. Und dieser Erfolg gibt deinem Selbstwertgefühl einen enormen Schub!

Deine Aufgabe:

Bereite dich in den guten Situationen auf die Selbstzweifel-Momente vor. Führe ein Tagebuch, um die guten Aspekte deines Lebens festzuhalten. Mache dir bewusst, was deine Stärken sind. Frage ruhig deine Freunde oder Familie, was sie an dir schätzen. Jeder noch so kleine Schritt kann deine Selbstzweifel immer weiter schrumpfen lassen.

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