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Wellbeing-Inseln – kleine Auszeiten im Alltag & Job

29. Juli 2020
Planung & Organisation

Ich hatte ja bereits Letzens das Hamsterrad angesprochen und dass man doch mal einen Schritt hinauswagen solle.

Damit du nicht direkt wieder einsteigst, nachdem du deine kleine Erfolgsparty gefeiert hast könntest du mal über kleine Auszeiten im Alltag und während der Arbeit nachdenken. Ob es nicht ratsam wäre, sich kleine Ruhe-Inseln zu schaffen, auf die du dich kurz zurückziehen kannst, Kräfte, Mut und Freude auftanken kannst, um dann wieder an die Arbeit zu gehen.

Die Vorteile der kleinen Auszeiten

Du kannst dir deinen Stress als ein Fass vorstellen. Je nach Verfassung, Gewohnheiten, Lebensstil, gelerntem, Vererbung und ähnlichem, ist der Boden des Fasses bei jedem an einer anderen Stelle platziert. Bei dem einen reichen sie bis zum Ende der senkrechten Hölzer, bei dem anderen tendieren sie eher zur Mitte hin. Nichts davon ist gut oder schlecht. Es ist so wie es ist, also kann man seine Lebensweise danach ausrichten.

Nun kommt täglich Stress in das Fass hinein durch spontane Aufgaben, schwierige Unterhaltungen, Auto fahren, unliebsame Aufgaben erledigen und so weiter. Dir fallen hier bestimmt viele Punkte ein, die dich nerven oder stressen.

Wenn wir schlafen, können wir schon einiges von dem Inhalt des Fasses abschöpfen. Aber eben nicht alles. Und so kommt es dazu, dass sich das Fass allmählich immer mehr füllt. Quasi nach dem Prinzip „2 Schritte vor – 1 zurück“. Es geht langsam voran, aber es geht voran. Und in diesem Fall leider in die falsche Richtung!

Neben dem Schlafen kannst du aber natürlich auch bewusst dein Fass leeren. Durch Dinge, die dir guttun, dir ein gutes Gefühl geben und sich für dich einfach schön anfühlen. Bei dem einen sind es die Verabredungen mit den Freunden, für den anderen sind es die gemütlichen Abende mit einem guten Buch. Um nur ein paar klischeebehaftete Aktivitäten für extrovertierte und introvertierte Personen zu nennen.

Ich sehe nur das Problem, dass wir uns im Alltag nur zu selten die Zeit für diese „größeren“ Auszeiten nehmen. Wir treffen uns nur alle paar Tage mit den Liebsten, stricken nur gelegentlich an dem Pullover weiter und gelesen wird nur im Urlaub. Die anderen Tage sind reserviert für die Arbeit, den Haushalt und anderen Verpflichtungen, bis man letztendlich so kaputt und müde ist, dass man froh ist, einfach mal die Füße hochzulegen und sich vom Fernsehprogramm berieseln zu lassen.

Und aus dem Grund bin ich dafür, sich im Alltag viele kleine Wellbeing-Inseln aufzubauen und sich dort auch zurück zu ziehen. Diese 5-Minuten-Auszeiten verteilt über den gesamten Tag können dein Stresslevel permanent auf einem Level halten bzw. abbauen, ohne dass du darauf warten musst, endlich frei von Arbeit und Verpflichtungen zu haben.

Du musst dir nun kein Strickzeug mit zur Arbeit nehmen und alle 30 Minuten weiter stricken, wenn sich das für dich nicht gut anfühlt (Mit diesen offensichtlichen Pausen ist auch nicht jeder Chef so einverstanden). In diesem Fall gibt es aber auch unzählige Möglichkeiten. Wie zum Beispiel tief durchatmen, den nächsten Kaffee viel bewusster zu dir nehmen oder einfach mal die Beine vertreten.

Vermeide lieber die Zeit am Handy mit Social Media oder Spielen, die dir keinen Spaß machen. In diesen Wellbeing-Inseln haben nur Aktivitäten zutritt, die dir Ruhe, Gelassenheit und Freude bereiten. Zeit vertrödeln ist hier tabu!

Wenn du hingegen die Möglichkeit hast, deine Pausen frei einzuteilen, erstelle dir eine Liste mit Aktivitäten, die sich gut für dich anfühlen.

  • Doodlen
  • Podcast hören
  • Blog lesen
  • Kleine Kraftübungen
  • Stretching
  • Gutes Getränk
  • Kleine Naschereien (Das vielleicht nicht in jeder 5-Minuten-Pause 😉 )
  • Aus dem Fenster schauen
  • Handarbeiten
  • Schreiben
  • Lesen
  • Musik hören
  • Tanzen

Die kleine Wunderwaffe

Es kann wahre Wunder bewirken, wenn du dir während des Tages mehrere kleine Auszeiten nimmst. Sie sind wie kleine Power-Booster-Knöpfe, die du nach Bedarf drücken kannst und dann wieder schneller und besser vorankommst.

Du wirst dich am Ende des Tages nicht so ausgelaugt und erschöpft fühlen, weil du dich regelmäßig um dein Wohl sorgst.

Und du räumst deiner Freizeit und deinem Wohlbefinden einen neuen Stellenwert ein. Denn du solltest an 1. Stelle stehen. Erst wenn du einwandfrei funktionierst, kannst du in den anderen Bereichen 100% geben. Und einwandfrei funktionierst du, wenn du ausreichend isst und trinkst, dich um deine Körper- und Seelenhygiene kümmerst, dich bewegst und geschmeidig hältst und auf die Signale deines Körpers hörst.

Und das alles nicht erst, wenn die Alarmglocken läuten, sondern früher. Am besten als Vorbeugung. Iss nicht erst Ingwer mit Zitronen, wenn du merkst, dass sich eine Erkältung anbahnt. Weine dich nicht erst bei deiner Freundin aus, wenn es dir mies geht und das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.

Sich um sich selbst zu sorgen ist ein stetiger Prozess mit Feingefühl und liebe und kann ein riesiger Motivator und Kraftgeber sein.

Alles in Allem:

Im Alltag sich um seine Bedürfnisse zu kümmern kann im Stress fix untergehen. Warum sich nicht also bestimmte Zeiten am Tag blocken und sich etwas Gutes tun? Sich nicht erst um sich sorgen, wenn es einem bereits schlecht geht, sondern „vorbeugend“? Die großen Auszeiten am Ende des Tages, am Ende der Woche oder gar erst im Urlaub gehen gerne mal unter oder sind dann so bitter nötig, dass die Zeit wahrscheinlich gar nicht ausreicht.

Wenn du dich hingegen den gesamten Tag immer mal wieder auf deine Wellbeing-Insel zurückziehst, kannst du die großen Auszeiten viel besser genießen und auf der Arbeit bessere Leistungen erwarten.

Deine Aufgabe:

Es ist mal wieder Zeit für eine Liste! Überlege dir Dinge oder Aktivitäten, die du in kurzer Zeit erledigen kannst oder gut unterbrechen kannst (Ein Bild kannst du zum Beispiel mit vielen Unterbrechungen problemlos ausmalen. Einen Kuchen kannst du hingegen nicht so gut aufteilen und in Etappen backen. Wenn der Kuchen aus dem Ofen will, will er raus!)

Und dann fängst du an, Zeiten in deinem Alltag zu blocken. Fange klein an: Blocke dir 1 oder 2 kleine Pausen von 5 oder 15 Minuten und schaue, wie sich die erste Woche damit anfühlt.

Wenn du keine Probleme damit hast, kannst du es weiter steigern.

Nach oben hin sind fast keine Grenzen gesetzt. Der Tag hat aber nur 24 Stunden und davon gehen ein paar Stunden für deinen Schlaf und das produktive Arbeiten drauf, aber sonst bist du da frei und kannst fröhlich drauf los testen.

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