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blauer Eisberg - Risiko eingehen

Ein Risiko eingehen – Ja oder Nein?

7. Oktober 2020
Planung & Organisation

Das heutige Thema knüpft sehr an der Komfortzone an. Ein Risiko besteht dann, wenn du dich in einer Sache nicht ganz sicher fühlst. Es sind Dinge, die man einfach nicht vorhersehen kann. Wie zum Beispiel Glücksspiele, wie eine Veranstaltung ablaufen wird, ob die Selbstständigkeit ein Erfolg wird oder ob die Prüfung für dich lösbar sein wird.

Bis auf das Glücksspiel hast du aber noch ein gewissen Anteil an Kontrolle. Du kannst dich auf die Ereignisse weitestgehend vorbereiten. Deinen Auftritt üben, die Inhalte lernen oder auch die Säulen deines Business genau durchplanen. Was jedoch in der Prüfung drankommen wird, weißt du nicht. genauso wenig weißt du, wie die Veranstaltung von anderen Personen angenommen wird und wie du auf der Bühne wirkst. Es können Menschen im Publikum sitzen, die dich auf Anhieb verstehen und sympathisch finden. Oder eben die Menschen, die sich in einer ganz anderen Bubble befinden und deine Worte falsch auffassen. Das Business kann noch so gut durchdacht und geplant sein – was ist, wenn keiner das Produkt kaufen möchte?

Da solltest du dir vertrauen und das Risiko eingehen

Natürlich kann es sein, dass es nicht klappt. Das irgendetwas schief gehen wird oder dass dir ein Fehler passieren wird und du dadurch scheitern wirst. Aber ist es nicht schon ein geplantes Scheitern, wenn du diese Herausforderung gar nicht erst antrittst?

Das Risiko abwägen

Ein Risiko abzuwägen ist gar nicht mal so einfach. In der Regel signalisiert eine risikofreudige Angelegenheit deinem Gehirn, dass du aufpassen solltest. Wenn möglich diese Situation sogar meiden solltest. Kannst du vor dem großen Bär noch davon laufen? Dann nimm deine Beine in die Hand und renn!!

Aber wenn du vor jeder Herausforderung davon läufst bzw. einfach aus dem Weg gehst, wirst du ewig in deinem kleinen Dörfchen verharren. Dort, wo du alles und jeden in- und auswendig kennst. Mag für den einen verlockend klingen und für den anderen ist es eine Horror-Vorstellung. Denn im Nachbarort geht sehr wahrscheinlich die Party ab! (Und wenn du nicht auf Partys stehst: Da gibt’s sicherlich das leckerste Obst und Gemüse!)

So oder so könnte ein Blick ins Nachbardorf nicht schaden

Vielleicht lässt du dir von anderen, die dort bereits waren, ein bisschen was erzählen. Taste dich also langsam an das Ziel heran. Werde warm mit der Vorstellung, wie dein Leben aussehen würde, wenn du dich traust und das Risiko eingehst. Fängt es an in dir zu kribbeln? Dann solltest du den Schritt sehr wahrscheinlich wagen! Denn wo du mit Herz und Verstand dabei bist, das kann doch nur gut werden!

Und da sind wir auch schon beim 2. Punkt: Der Verstand!

Dein Herz kann noch so sehr für eine bestimmte Sache schlagen oder sogar brennen – wenn es vollkommender schwachsinn ist, dann stehen die Tendenzen schlecht, dass es was werden könnte.

Und damit meine ich nicht die Worte von Familie, Freunden, Kollegen oder Wildfremden, die dir sagen, dass das nicht klappen wird. Dass du das nicht schaffen wirst. Dass das unmöglich zu schaffen sei. Der Rat kann ganz nett sein und gelegentlich auch bei der finalen Entscheidung den letzten Schubs geben. Aber wirklich erst dann. Gerade nahestehende Personen wollen das beste für einen. Wollen uns vor Fehlern und Frust schützen und wenn sie eine bestimmte Situation nicht abschätzen können, dann raten sie lieber zu einem ‚Nein‘. Und das ist auch vollkommen gut so. Du solltest nicht böse auf sie sein. Entweder sie meinen es gut mit dir und dann ziehe lieber diese Fürsorgliche Energie aus dem Gespräch und nicht das niederschmetternde ‚Nein‘. Oder sie meinen es nicht so gut mit dir und dann kannst du auf diese Meinung eh keinen Wert legen.

Vielleicht hilft es dir deine Frage umzuformulieren. Anstatt zu Fragen, ob sie denken, dass deine Idee potential hat, frage lieber, wie sie sich vorstellen könnten, dass es klappt. Gehe also der Ja/Nein frage aus dem Weg. Dann wird so schnell auch erstmal kein Nein (oder auch ja) kommen, sondern wohlmöglich konstruktive Kritik, die dir auf deinem Weg weiterhelfen wird.

Kleiner Exkurs vorbei. Zurück zum Punkt, dass du deine Idee mit deinem Verstand prüfen solltest.

Vielleicht hat schon jemand anderes vor dir dieses Ziel erreicht. Schaue dir an, wie die Person es geschafft hat und gleiche es mit deinen Kompetenzen, Mitteln oder anderen Voraussetzungen ab. Wie kannst DU diesen Weg schaffen und wie schätzt du ein, dass du persönlich das erreichen kannst? Ich habe mal einen Beitrag zum Thema Stärken und Schwächen veröffentlicht. Vielleicht hilft der dir auf die Sprünge.

Es geht nicht darum, einen Weg 1:1 zu kopieren, sondern deinen eigenen Weg zu finden. Vielleicht kennst du keinen anderen, der diesen Weg bereits gegangen ist. Dann stelle dir vor, wie du an dieses Ziel gelangen willst. Was denkst du, was für Schritte sind dafür nötig? Kannst du diese Schritte umsetzen? Und wenn nicht, gibt es eine andere Möglichkeit? (Gibt es in der Regel immer! Nimm dir also die Zeit und überlege dir Alternativen).

Welche Hürden fallen dir auf diesem gedanklichen Weg auf?

Liste dir ruhig mal alle Schritte auf und makiere dir die Schwirigkeitstufen. Grün = leicht, gelb = mittel, rot = schwer. Und dann gehe die roten Markierungen durch. Wie hoch ist die Wahrsceinlichkeit, dass es durch diese roten Markierungen scheitern wird? Wie viele Schritte sind überhaupt markiert?

Versuche realistisch, aber dennoch mit einer ordentlichen Portion Optimismus, abzuschätzen, ob dieses Projekt das Risiko wert ist und ob das Risiko durch diese genauere Aufschlüsselung nicht doch um einiges gesunken ist.

Die Entscheidung

Und dann fehlt nur noch die finale Entscheidung, ob du dieses Risiko eingehen willst oder nicht. In der Regel würde ich dir eher zu einem ‚Ja‘ raten. Denn Letzen Endes wirst du es nur herausfinden, ob es klappt, wenn du es ausprobierst.

Ich habe schon einigen Leuten zu einem ‚Ja‘ geraten. Nicht, weil ich mich nicht traue die Wahrheit zu sagen, sondern weil ich dieses Feuer in den Personen spüren konnte. Natürlich wäge ich selbst vorher hab, ob sich diese Person mit der Entscheidung in den Abgrund reißen würde. Aber wenn es danach zunächst nicht aussieht, dann lasse ich sie laufen! Eingreifen kann man später ja immer noch, wenn die Person doch zu „blind“ in die Sache geht und sich schadet.

Es ist einfach so unglaublich schön zu sehen, wie jemand in einer Sache mit vollem Herz aufgeht! Die Person fängt an im Scherz eine Idee rauszuhauen. Sie testet an, wie man reagiert. Steigt man darauf ein, fängt die Person an zu sprudeln und man weiß, das war kein Witz sondern eine Idee die schon längere Zeit im Kopf brütet! Trotzdem schwingt bei dem ein oder anderen ein wenig Frust mit, weil viele ihr davon abraten und es als albern abwinken. Und das ist der Moment, wo das Feuer allmählich erlischt…

Ein sehr trauriger Moment, muss ich ehrlich sagen. Du hast dir (oder dein Gegenüber hat sich) ja schließlich etwas dabei gedacht. Die Idee steckt nur in den Kinderschuhen und die Angst spielt noch eine so unfassbar einnehmende Rolle in dieser Phase. Nimm dir nicht die Freude, sondern traue dich!

In so vielen Fällen gibt es immer einen Schritt zurück. So vieles ist nicht endgültig. Kinder, Tattoos und ähnliches schon, aber fühlt man sich jemals bereit? Gibt es wirklich diesen perfekten Moment, den wir uns versuchen einzureden?

Ich habe ihn noch nie erlebt. Ich bin immer wieder ins kalte Wasser gesprungen und habe es nicht bereut. Ich bin daran gewachsen. Und das wünsche ich mir für dich auch!

Alles in Allem:

Risiken sind angsteinflößend! Wir wissen nicht, was auf uns zukommt, was uns erwartet und ob wir der Situation gewachsen sind. Doch mit einer großen Portion Herz, kann es eigentlich nicht mehr wirklich schief gehen! Leidenschaft kann so vieles Bewirken. Wenn du dann noch deinen Verstand dazu schaltest und ihr gemeinsam das Vorhaben mal genau durchleuchtet (und nicht auf die pessimistische Weise!!), dann wird sich schnell herauskristallisieren, ob du diesen gruseligen, aber unglaublich tollen Schritt gehen solltest.

Traue dich aus deiner Komfortzone heraus und wage den Schritt. Aber bitte sei vollkommen ehrlich zu dir! Das heißt nicht, dass du jeden noch so kritischen Punkt auf die Goldwaage legen solltest. Aber auch nicht, dass du blauäugig einen Schritt gehen solltest, der sehr offensichtlich nicht klappen kann, du aber auf deiner surrealen Wolke schwebst.

Die Balance ist der Schlüssel zu deinem Erfolg.

Deine Aufgabe:

Trau dich. 🙂 Ganz simple Aufgabe heute.

Erzähl mir auch gerne, was dein letztes Wagnis war und wie du zu einer Entscheidung kamst.

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