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Ideen finden – Die WARUM-Methode

22. Mai 2020
Planung & Organisation

Da einem selten in den perfekten Momenten eine zündende Idee durch den Kopf schießt, stelle ich dir heute wieder eine Kreativitätstechnik vor. Keine, wofür du schon äußerst kreativ sein musst, sondern eine, die deine Kreativität hervorlocken soll.

Das Prinzip der Kreativitätstechnik „Warum“ ist schnell erklärt:

Du stellst dir immer wieder die Frage „Warum?“. Die Umsetzung finde ich gelegentlich, aber etwas schwieriger und man muss erstmal in das Thema hereinkommen. Deswegen möchte ich dir das anhand eines Beispiels verdeutlichen.

Das Problem: Dein Unternehmen hat ein Produkt, dass nicht mehr sonderlich gut läuft. Nun ist die Frage, was man dagegen tun sollte.

Hier bieten sich sogar mehrere Fragerunden an

  • Warum läuft es nicht gut
    • Weil es nicht mehr viel gekauft wird
  • Warum wird es nicht mehr viel gekauft
    • Der Grund könnte ein Trend sein, der sich mit dem Prinzip des Produkts nicht mehr vereinbaren lässt
  • Warum passen der Trend und das Produkt nicht mehr zueinander?
    • Weil die Inhaltsstoffe nicht nachhaltig sind und viele Kunden auf Nachhaltigkeit setzen
  • Warum setzen die Kunden auf Nachhaltigkeit?
    • Weil sie der Umwelt etwas Gutes tun wollen
  • Warum ist unser Produkt nicht nachhaltig?
    • Unsere Rohstoffe haben wir bisher nach Preis, Vertrauen zum Lieferanten und Qualität ausgesucht
  • Warum …
    • Weil …

Anderer Ansatz:

  • Warum sollten wir das Produkt überarbeiten und nicht aus dem Sortiment streichen?
    • Weil das Produkt in der Vergangenheit ein sehr gutes Feedback erhalten hat und es wenig vergleichbare Produkte gibt
  • Warum hat es gutes Feedback erhalten?
    • Weil es den Alltag der Kunden erleichtert hat
  • Warum hat es den Alltag erleichtert
    • Weil sie Zeit eingespart haben und auch Anfänger schneller Erfolge damit erzielen konnten
  • Warum können andere Produkte das nicht erzielen
    • Weil die Zusammenarbeit mit guten Forschern und einer Vielzahl an Probanden das Produkt dem Kunden angepasst wurde und somit ideal für ihn ist.
  • Warum …
    • Weil …

Lockere dich mit offensichtlichen Fragen auf

Es erfordert bei einigen Themen etwas mehr Kreativität bzw. Gehirnschmalz, um sich die Anfangsfrage zu überlegen. Fange deswegen lieber mit einer sehr offensichtlichen Frage, wie im ersten Beispiel, an. Vielleicht entwickeln sich daraus weitere Fragen, die du durchlaufen kannst.

Ich empfehle dir, mindestens 5 Mal nach dem Warum zu fragen. So kannst du sicherstellen, dass du dich tief genug in die Materie hineinarbeitest und nicht nur ganz grob an der Oberfläche kratzt. Du kannst es natürlich auch auf die Spitze treiben und solange Fragen, bis dir kein Warum mehr einfällt.

Wozu der Spaß?

Das Prinzip an dieser kindlichen Fragerei ist das Ergründen des Problems und dadurch den Blickwinkel zu verändern. Dass das Produkt nicht läuft, erkennst du an den Zahlen und vielleicht auch das direkte Feedback der Kunden. Manchmal versteifen wir uns dann aber zu sehr in die Lösung. Das Produkt läuft nicht gut, es möchte kaum einer kaufen, was sollen wir jetzt machen.

Ich vergleiche die Herangehensweise gerne mit einer Rechenaufgabe. Du kannst das Ergebnis im Kopf ausrechnen oder du nutzt ein Stück Papier, um dem Ergebnis schrittweise näher zu kommen

Manche können problemlos die Rechenaufgaben im Kopf ausrechnen, andere behelfen sich lieber mit der schriftlichen Variante. Andere wiederum holen sich externe Hilfe (Taschenrechner). Manchen fällt bei dem Problem mit dem Produkt sofort eine Idee ein, wie man das Produkt wieder auf den Markt bekommt und andere nutzen solche Hilfestellungen.

Wichtig ist es also, dass du beim WARUM bleibst und nicht zum WIE abdriftest. Das WIE kannst du hinterher angehen. In dieser Übung geht es nur um die Ergründung des Problems, um dieses besser zu verstehen.

Alles in Allem:

Manchmal suchen wir nach einer Lösung, ohne das Warum zu kennen. Warum suchst du überhaupt nach einer Lösung? Weil etwas Probleme macht. Warum macht etwas Probleme? … Bei dieser Kreativitätstechnik bedarf es nicht abstrakte Kreativität. Du setzt dich mit einem Problem auf eine andere Weise auseinander als bisher und kommst so dem Knackpunkt eventuell näher.

Deine Aufgabe:

Überlege dir für dein Problem ein paar Fragen, die du mit mindestens 5 Fragerunden durchläufst. Sind dir beim Überlegen der Fragen oder Antworten vielleicht ein paar Dinge klarer geworden? Ist dir vielleicht auch schon ein Lösungsansatz über den Weg gelaufen?

Lasse mir gerne dein Feedback zu der Methode in den Kommentaren. Mich interessiert es nämlich brennend, ob es für dich nur eine kleine Spielerei mit Fragen ist oder ob es dir wirklich geholfen hat, dich mehr in das Thema einzuarbeiten.

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