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blauer Eisberg - Fernsehen zur Entspannung

Warum fernsehen und Smartphone keine Entspannung ist

20. Januar 2021
Planung & Organisation

Nach einem anstrengenden Tag möchte man sich erholen und entspannen. Die aufgebrauchten Reserven wieder auffüllen und den Ballast des Tages abwerfen. Und was kommt einem da meist als erstes in den Sinn? Füße hoch und [füge x-beliebigen Streamingdienst ein] anschalten. Doch, hast du dich schon mal gefragt, ob das Fernsehen wirklich so entspannend für dich ist?

Fernsehen als Gewohnheit

Vielleicht verknüpfst auch den Feierabend mit dem Abendessen und Fernseher. Am besten sogar in Kombination. 4 Stunden Fernsehzeit können da pro Tag schon mal zusammenkommen.

Ich bin nicht so der Zahlen-Mensch, deswegen möchte ich das ein bisschen greifbarer machen, falls du auch keiner bist:

Gehen wir davon aus, dass du 7 Stunden schläfst und 8,5 Stunden auf der Arbeit verbringst. Die Fahrzeiten liegen insgesamt bei 1,5 Stunden und ebenso 1,5 Stunden verbringst du im Bad (inkl. an- und ausziehen). Für deine Nahrungsaufnahme inkl. der Zubereitung würde ich jetzt einfach mal 2 Stunden ansetzen. Das sind jetzt wirklich sehr großzügige Zeiten mit einem ordentlichen Puffer und sieht bei jedem von uns natürlich anders aus. Aber ich möchte dir nur verdeutlichen, was 4 Stunden sind.

StundenTätigkeit
7Schalf
8,5Arbeit
1,5Fahrzeiten
1,5Körperhygiene
2Essen
3,5Übrig

Praktischerweise lassen sich das Essen und die übrigen 3,5 Stunden miteinander verbinden. Oder auch die Fahrzeiten, die Körperhygiene, die Pausen auf der Arbeit… Durch das Smartphone ist es also möglich sich permanent berieseln zu lassen. Dabei sollte man Fernsehen doch eher als Hobby betrachten. Eine Aktivität, der man seine Aufmerksamkeit schenkt und daraus ein positives Gefühl mitnimmt.

Aber wenn der Fernseher nur als Routineaufgabe angesehen wird, lässt sich daraus wohl schon lange kein positives Gefühl mehr herausziehen. Hin und wieder gibt es eine Serie oder eine Show, die dir ein gutes Gefühl gibt. Aber wenn du ehrlich zu dir bist: Wie häufig spürst du dieses gute Gefühl? Das Gefühl, gut unterhalten zu sein. Das Gefühl, dass du dich danach besser als vorher fühlst?

Die Gewohnheiten hinterfragen

Ich möchte dir das Fernsehen (der Einfachheit halber nenne ich es Fernsehen, aber ich meine damit alle Medien, die du zur Berieselung nutzt) nicht schlecht oder gar ausreden. Denn solange du daran festhältst, dass das etwas gutes für dich ist, wirst du dich auch vehement dagegen sträuben. Und das ist auch okay so. Ich möchte mit meinen Worten lediglich bewirken, dass du diese Gewohnheiten hinterfragst und ehrlich reflektierst, ob sie dir noch ein gutes Gefühl geben oder ob es sich gleichgültig oder sogar schlecht anfühlt, wenn du diesen nachgehst.

Warum Fernsehen keine Erholung ist

Und der Grund, warum ich mir diese Ehrlichkeit für dich wünsche ist folgender: Sich von den digitalen Medien täglich berieseln zu lassen, löst in den meisten Fällen keine Entspannung aus. Nach einem anstrengenden Tag voller Eindrücke, Probleme, Entscheidungen und Herausforderungen, ist dein Kopf voll. Er benötigt Zeit, um all das zu verarbeiten. Das passiert meistens über den Schlaf oder durch entspannende Aktivitäten. Was du ja bereits auch schon erkannt hast und dich deswegen wahrscheinlich für den Fernseher entschieden hats. Hier hast du nichts weiter zutun, als dich entspannt auf deinem Lieblingsplatz zu positionieren und das Programm einfach auf dich einprasseln zu lassen. Du musst in diesen Zeiten also nichts aktiv leisten.

Oder etwa doch?

Schön wäre es, wenn der Kopf sich dabei soweit entspannend könnte und sich quasi zu dir auf die Couch legen könnte. Ganz entspannt und nach einiger Zeit auch immer ausgeruhter, so, dass ihr vollkommen gelassen ins Reich der Träume abtauchen könnt.

Doch leider entspannt nur einer von euch auf der Couch und das ist der Körper. Der Kopf hingegen bekommt nach den 8 Stunden Arbeit und den ganzen Aktivitäten und Entscheidungen vor und nach der Arbeit noch immer keine Auszeit. Seine Aufgabe besteht jetzt nämlich darin, die Informationen aus dem Fernseher zu verarbeiten. Das Bild zu deuten mit dem Ton zu verknüpfen und es in eine geeignete Schublade der Erfahrungen und Erinnerungen zu sortieren.

Und dann noch das schlechte Gewissen

Hinzu kommt auch noch der Punkt, dass du tief in dir drin weißt, dass du diese Zeit auch besser nutzen könntest. Die Typische Aussage “Dafür habe ich keine Zeit” ist eigentlich quatsch, wenn man sich noch mal an die 4 Stunden Fernsehzeit pro Tag erinnert. In 4 Stunden könntest du so viel für dich tun!

Ok, ich kann dich gut verstehen, wenn du dir nun vorstellst, dass du in diesen 4 Stunden nun aktiv etwas schaffen sollst. Der Körper sehnt sich ja quasi nach Entspannung und einfach nur faul rumliegen. Die 4 Stunden Fernsehen nun durch Sport und musizieren zu tauschen, würde anfangs vielleicht noch gut gehen, weil die Anfangseuphorie noch genügend Energie mit sich bringt. Aber irgendwann würdest du einfach nur schlapp machen und in das alte Muster fallen.

Und mit “in alte Muster fallen” meine ich nicht, dass du hin und wieder Fernsiehst, weil dich eine Show oder eine Serie so sehr begeistert, dass du auf den nächsten Fernsehabend hin fieberst. Wenn du an dem Punkt angekommen bist, dann ist Fernsehen ein Hobby geworden, dass dir sehr wahrscheinlich etwas gutes gibt, statt zu rauben.

Die Alternative zum Fernsehen

Ich denke, hier könnte der große Knackpunkt für das Ablegen der Gewohnheit sein. Was soll man stattdessen tun? Eine Aktivität, die den Kopf nicht benötigt und auch für den Körper eine Entspannung ist…

Einfach nur daliegen und an die Decke starren? Oder besser die Augen schließen, weil die Raufaser an der Decke zu aufregend für das Gehirn sein könnte?

Nein, so dramatisch ist das Thema wirklich nicht. Und es reichen auch schon wenige Minuten aus, um deine Gedanken und Eindrücke zu verarbeiten. Wenn du dir nach der Arbeit 10 oder sogar 30 Minuten nimmst, in denen du dich nicht von außen berieseln lässt, ist es ein riesen Geschenk an dein Gehirn!

Auszeiten-Ideen

  • baden
  • meditieren
  • fantasiereise
  • autogenes Training
  • Yoga
  • in den Himmel schauen und die Sterne bzw. den Sonnenuntergang beobachten
  • ausmalen
  • dich selbst massieren
  • puzzeln
  • Spaziergang
  • stricken
  • kochen oder backen
  • Gewürze nach Art und Alphabet sortieren
  • Tagebuch mit all den Gedanken und Eindrücken füllen

Das ist nur eine kleine Auswahl an Aktivitäten, die dein Gehirn nicht noch zusätzlich stark beanspruchen, sondern im besten Fall ihn sogar etwas leerer machen.

Und wenn du schon mit einer diese Aktivitäten in deinen Feierabend gestartet bist, ist die Motivation vielleicht auch direkt größer die Zeit im Anschluss mit deinen echten Hobbys zu verbringen.

Alles in Allem

Fernsehen: Eine Gewohnheit, die sich aus dem Leben vieler nicht wegdenken lässt. Eine Tätigkeit, die sich wunderbar nebenher machen lässt. Während des Essen, beim geselligen Abend mit dem Freund oder auch beim Scrollen durch Social Media.

Eine Serie zu schauen, würde man direkt in die Kategorie “Entspannung” stecken. Man liegt schließlich vollkommen ruhig und gelassen auf dem Sofa und lässt sich berieseln. Doch das Gehirn arbeitet in dieser Zeit auf Hochtouren. Und dann kommt auch noch das schlechte Gefühl hinzu, dass man kaum was vom Tag hat. Dass das Leben so an einem vorbeizieht und man nichts tolles erlebt. Oder schlimmer noch: Man hat das Gefühl einfach keine Zeit zu haben.

Fernsehen ist eine Gewohnheit und wie das mit Gewohnheiten so üblich ist, kann es verdammt schwer sein, sich diese abzutrainieren. Deswegen solltest du dir zuerst darüber bewusst werden, wie du zu deinem Fernsehkonsum stehst und wie gut dir diese Zeit tut. Wenn du erkennst, dass es dir Energie und Freude raubt, dann wird es für dich leichter, diese Gewohnheit abzulegen. Sträubst du dich hingehen vehement, ist das ein aussichtsloses Unterfangen.

Deine Aufgabe

Du ahnst es sicher schon und vielleicht wolltest du diesen Abschnitt auch direkt überspringen (Falls ich dir nicht schon viel früher auf den Schlips getreten bin. Aber du kannst stolz auf dich sein, dass du trotzdem drangeblieben bist. Ich bin zumindest sehr stolz auf dich 🙂).

Setze dich diese Woche mal etwas bewusster vor den Fernseher. Du brauchst ihn nicht direkt schon heute aus den Fenster schmeißen, um ein neues Leben anzufangen. Beginn erst einmal nur damit dir darüber bewusst zu werden, wie du zum Fernsehen stehst. Wie viel Freude es dir bereitet. Wie sich dein Zufriedenheits-Level über die Fernsehzeit verändert. Beobachte dich, wann du zur Fernbedienung greifst und warum.

Solltest du feststellen, dass dir die Zeit vor dem Fernseher nicht wirklich viel gibt und duvllt sogar ein kleines bisschen Shuldgefühle wahrnimmst, weil du die Zeit nicht sinnvoller nutzt, dann rate ich dir, noch einen Schritt weiter zu gehen. Wähle dir für die folgende Woche einen Tag aus, an dem du den Fernsehen aus lässt. Wenn sich dieser eine Tag nicht mehr so grausam für dich anfühlt, kannst du noch einen weiteren Tag auswählen. Reflektiere dich währenddessen immer wieder, um zu schauen, was diese Veränderungen mit dir machen. Wie du die Fernsehtage nun wahrnimmst und wie sich die Fernsehfreien Tage entwickeln. (hoffentlich zum Positiven)

Du bist noch nicht vom Fernsehfreien Leben überzeugt? Dann lies hier gerne weiter und lass dich von den Vorzügen mitreißen in ein glücklicheres und erfüllteres Leben.

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