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Wie du mit Überforderung umgehen kannst

23. Oktober 2020
Planung & Organisation

Erkennst du Überforderung? Ich finde, Überforderung ist ein Gefühl, dass sich häufig erst im Nachhinein erkennen lässt. Wenn man alle Symptome und Handlungen zusammenfasst – dann ist klar: ‚Ich war einfach überfordert!‘

Ist Überforderung eine Schwäche?

Wenn man mit einer bestimmten Situation oder Aufgabe überfordert ist, fühlt es sich erst einmal grottig in uns an. Es kommen vielleicht Gedanken auf, die dir einreden wollen, dass du etwas nicht gut genug kannst, nicht belastbar genug bist, nicht schlau genug bist, nicht spontan genug – nicht genug.

Und da solltest du die Reißleine ziehen. Denn du bist genug! daran besteht kein Zweifel!

Diese vernichtenden Gedanken können deine unwohle SItuation nur verschlimmern. Aber nicht verbessern. Deswegen kannst du an der Stelle deinen inneren Kritiker bestimmt, aber einfühlsam die Lippen zusammendrücken. So als würdest du einer Ente den Schnabel zuhalten.

Genieße für ein paar Atemzüge diese Stille und dann gehen wir weiter zu dem Punkt, was Überforderung wirklich ist.

Was ist Überforderung

Ganz sachlich betrachtet bedeute Überforderung, dass du dich einer Situation oder Aufgabe nicht gewachsen fühlst. Das hat nichts mit der Realität zu tun. Es ist „nur“ dein Empfinden in der Situation.

Wenn das Gefühl von Überforderung eintritt, gesellt sich ganz zügig der Stress dazu. Der Kampf ums Überleben beginnt! Zumindest glaubt das dein Körper. Der Fokus wird auf die wichtigsten Bereiche deines Körpers gelegt und es steht die Wahl zwischen Kampf oder Flucht.

Dabei besteht eigentlich nur ein Kampf zwischen dir und dem Riesen Stapel Arbeit auf deinem Schreibtisch, der in einer unmenschlichen Zeit erreicht werden soll. Zerfleischen kann dich dieser Stapel nicht, aber vielleicht ja der Chef, der diesen Arbeitsstapel dort platziert hat?

Da Kannibalismus und Mord am Arbeitsplatz nicht erlaubt sind, musst du dir darüber an sich keine Gedanken machen. Atme lieber kurz durch und entlarve die Überforderung und den Stress rechtzeitig, denn dann hast du die Chance das zu verhindern und deine Arbeit ohne lästige Blockaden im Kopf zu erledigen. Und vielleicht gelingt es dir mit Gelassenheit sogar die Angst vor dem Chef zu minimieren und ihm zu zeigen, wie groß die Differenz zwischen Menschlichkeit und aktueller Realität ist.

Aber kümmern wir uns ersteinmal um deine Gesundheit, bevor wir bei Vorgesetzten / Kunden mit dem Fuß aufstampfen 😉

Was du bei Überforderung tun kannst (und solltest)

Überforderung rechtzeitig erkennen

Überforderung macht sich schon relativ frühzeitig bemerkbar. Sei also aufmerksam und beobachte dich besonders in stressigeren Phasen vermehrt.

  • Fühlst du dich erschöpft und das Wochenende reicht nicht mehr zum regenerieren aus?
  • Kommt es häufiger vor, dass du dich nicht in der Lage fühlst zu arbeiten?
  • Fehlt dir Motivation für die Arbeit?
  • Wie fühlst du dich, wenn neue Aufgaben auf dich warten?
  • Sind die Überstunden bei dir zur Normalität geworden?
  • Wie steht es um deine Fehlerquote? Ist sie gestiegen?

Akzeptanz (aus)üben

Um den Stress herauszunehmen, solltest du dich gut um dich kümmern. Wie beim Meditieren, wo du auftauchende Gedanken einfach hinnehmen und sachte beiseite schieben sollst, ist es auch in der „Realität“. Nimm das Gefühl des Stresses und der Überforderung an, akzeptiere, dass du dich gerade so fühlst und versuche es nicht mit aller Kraft zu verscheuchen.

Du kannst dir das wie eine Feder vorstellen, die zu Boden sinkt. Wenn du versuchst sie durch pusten und wedeln so schnell wie möglich zu Boden zu bringen, wird es wahrscheinlich viel länger dauern. Die unkontrollierten Luftzüge lassen die Feder wieder hoch fliegen oder weiter zur Seite. Mit etwas Glück bewegt sich sich zwischendurch auch mal nach unten. Lässt du die Feder hingegen einfach ihr Ding machen, wird sie ihren Weg zum Boden schon finden. Vielleicht nutzt du auch die Chance und beobachtest, wie sich die Feder mit einer Leichtigkeit und Eleganz Richtung Boden bewegt.

Überforderung ist nichts peinliches oder schlimmes. Die Karriere Bibel hat dazu ein paar interessante Fakten. Stress und Überforderung ist zum Beispiel ein Machtspiel zwischen Angestellten und Vorgesetzten. Und eigentlich ist der Arbeitsstress eine Teufelsspirale.

Arbeitspensum anpassen

Das ist häufig leichter gesagt, als getan, aber auf Dauer lässt es sich so nicht gesund weiter arbeiten. Früher oder später wird sich der Körper lauter melden und dir signalisieren, dass du eine heilige Grenzen überschritten hast.

Schaue, wie du die Aufgaben umverteilen kannst. Welche Aufgaben kannst du abgeben. Vielleicht lassen sich Aufgaben tauschen? Denn du kennst es bestimmt auch, dass dir deine Lieblingsaufgaben easy von der Hand gehen und sich fast nicht wie Arbeit anfühlen? Das Gegenteil passiert bei deinen Hass-Aufgaben.

Hole also mehr freudige Aufgaben in dein Arbeitsboot und gib die Aufgaben ab, die dir nicht gut tun.

Achte auch darauf, dass der Arbeitstag nur eine begrenzte Anzahl an Stunden hat und das du nur eine Aufgabe zur Zeit erledigen kannst!

Arbeitszeit sinnvoller nutzen

Wenn du nicht fokussiert arbeitest, verschenkst du kostbare Zeit. Wenn du dich auf eine Aufgabe voll und ganz konzentrierst, kannst du in kürzerer Zeit viel mehr erreichen. Du bist nämlich mit deinen Gedanken voll und ganz bei der Sache. Dein Gehirn wird es dir danken, wenn es nicht permanent zwischen 20 unterschiedlichen Aufgaben switchen muss. Multitasking ist nämlich quatsch.

Das funktioniert aber nur, wenn du dich an deine Pausen hältst. Dein Gehirn läuft in der Zeit auf Hochtouren und braucht definitiv Zeit zum Erholen. Regelmäßige Pausen sind also Pflicht! Die können nicht einfach von deiner Aufgabenliste gestrichen werden.

Was hingegen aber gestrichen werden kann, sind unnötige Aufgaben. Schaue dir all deine Aufgaben an und sortiere sie nach ihrer Wichtigkeit. Welche Aufgabe hat Priorität, welche ist nicht zwingend erforderlich?

Ganz nach dem Motto: Arbeite nicht mehr, sondern richtig!

Alles in Allem:

Überforderung ist leider etwas, was in unserer Gesellschaft überall vertreten ist. Sobald eine Hierarchie besteht, wird das Machtspiel gestartet. Also kein Grund zur Sorge, dass man selbst zu schwach, zu dumm, zu irgendwas ist. Es ist einfach die Folge von der Sucht nach „höher, weiter, schneller“. Irgendwo sind nun mal die Grenzen gesetzt. Der Tag hat nur 24 Stunden. Also nimm diese Zeit in die Hand und forme dir dein Leben daraus, wie es zu dir passt. Höre auf deinen Körper und passe dein Arbeitspensum an.

Vielleicht ist es deinem Kunden oder Vorgesetzten nicht bewusst, dass diese Zeitspanne für die Aufgabe unmöglich ist. Zumindest nicht unter gesunden Bedingungen. Reden kann also wahre Wunder bewirken. Aber auch die Umverteilung von Aufgaben und das Setzten von Prioritäten sind unverzichtbar, um ans Ziel zu gelangen.

Deine Aufgabe:

Kümmere dich liebevoll um dich selbst. Foltere dich nicht durch einen viel zu straffen Zeitplan, der schlimmer als eine Wurstpelle spannt. Unter Stress ähnelst du einem aufgeblasenen Kugelfisch in einem Cardigan mit Knöpfen. Bis zu einem gewissen Grad dehnt sich der Stoff noch mit. Aber irgendwann werden die Knöpfe zu gefährlichen Geschossen!

Stell dir vor: Mit 20 km/h weniger kommst du tatsächlich auch ans Ziel. Und zudem siehst du sogar noch was von der Welt und bist weniger gestresst.

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